PFLEGEELTERN SPACE

Pflegefamilie werden

Ein Pflegekind aufnehmen: der Weg vom ersten Gedanken bis zum Einzug

Sie müssen heute noch nichts entscheiden. Hier sortieren Sie Pflegeformen, Voraussetzungen, Ablauf und finanzielle Fragen und finden den nächsten sinnvollen Schritt in Ihrer Region.

Geprüft und aktualisiert: 28. Oktober 2026

01

Wer ein Pflegekind aufnehmen kann

Pflegefamilien können Paare, Alleinstehende, Familien mit eigenen Kindern sowie gleichgeschlechtliche Paare sein. Eine pädagogische Ausbildung ist für die reguläre Vollzeitpflege keine allgemeine Voraussetzung. Entscheidend ist, ob Sie einem Kind Sicherheit geben, seine Geschichte respektieren und mit Jugendamt, Pflegekinderdienst und Herkunftsfamilie zusammenarbeiten können.

  • ausreichend Zeit für Ankommen und Beziehung
  • stabile persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse
  • geeigneter Wohnraum und ein verlässliches Netzwerk
  • Bereitschaft zu Vorbereitung, Beratung und Fortbildung

02

Dauerpflege oder Bereitschaftspflege?

Bei der Dauerpflege lebt ein Kind voraussichtlich länger in der Pflegefamilie. Bereitschaftspflege bietet Schutz in einer akuten Situation, bis geklärt ist, wie es weitergeht. Das kann wenige Tage, aber auch länger dauern. Beide Formen brauchen Bindungsfähigkeit. Bei der Bereitschaftspflege kommen zusätzlich häufige Übergänge, kurzfristige Aufnahmen und eine hohe zeitliche Verfügbarkeit hinzu.

  • Dauerpflege: langfristiger Alltag und tragfähige Beziehungen
  • Bereitschaftspflege: kurzfristige Aufnahme und offene Perspektive
  • Sonderpflege: mehr Begleitung bei besonderem Bedarf
  • Verwandtenpflege: eigene Anforderungen und familiäre Rollen

03

Was vor dem Einzug wirklich passiert

Nach einem ersten Informationsgespräch folgen in der Regel Gespräche, Unterlagen, Hausbesuche und ein Vorbereitungskurs. Anschließend geht es nicht darum, möglichst schnell ein Kind zu vermitteln. Jugendamt oder Träger prüfen, ob Bedürfnisse, Alter, Kontakte, Wohnort und Alltag zusammenpassen. Ein ehrliches Nein zu einem konkreten Vorschlag kann verantwortungsvoll sein.

  • Informationsgespräch beim Jugendamt oder freien Träger
  • Eignungsprüfung und Vorbereitungskurs
  • Matching mit ausreichenden Informationen
  • Anbahnung, Einzug und verbindliche Beratung

04

Geld, Arbeit und Unterstützung

Pflegegeld sichert den notwendigen Unterhalt des Kindes und enthält Anteile für Sachaufwand sowie Pflege und Erziehung. Die konkrete Höhe hängt von Alter, Bedarf und örtlicher Regelung ab. Pflegeeltern können Elternzeit nehmen, erhalten für ein Kind in Vollzeitpflege jedoch kein Elterngeld. Klären Sie deshalb vor einer Aufnahme Pflegegeld, Beihilfen, Vertretung, Elternzeit und die Erreichbarkeit in Krisen schriftlich.

  • Pflegegeld und einmalige Beihilfen erfragen
  • Elternzeit früh mit dem Arbeitgeber klären
  • Entlastung, Supervision und Notfallkontakt festhalten
  • Kindergeld und Versicherungen im Einzelfall prüfen

Orientierung statt Sprung ins Ungewisse

So geht es konkret weiter

  1. 1

    Information einholen

    Besuchen Sie einen Infoabend oder vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch.

  2. 2

    Pflegeform wählen

    Klären Sie, ob Dauerpflege, Bereitschaftspflege oder eine andere Form zu Ihrem Alltag passt.

  3. 3

    Eignung vorbereiten

    Gespräche, Nachweise, Hausbesuche und Schulung schaffen eine gemeinsame Grundlage.

  4. 4

    Matching und Anbahnung

    Erst wenn Bedarf und Familie zusammenpassen, beginnt die konkrete Annäherung.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Brauche ich eine pädagogische Ausbildung?

Für die reguläre Vollzeitpflege ist eine pädagogische Ausbildung keine allgemeine Voraussetzung. Bei besonderen Pflegeformen oder Erziehungsstellen können Träger und Jugendämter zusätzliche Qualifikationen verlangen.

Kann ich alleinstehend ein Pflegekind aufnehmen?

Ja. Familienstand und sexuelle Orientierung schließen eine Pflegeelternschaft nicht aus. Entscheidend ist die individuelle Eignung und ob Ihr Alltag zum Bedarf des Kindes passt.

Gibt es eine feste Altersgrenze?

Es gibt keine bundesweit starre Altersgrenze. Pflegekinderdienste achten auf einen familienentsprechenden Altersabstand und prüfen die Situation im Einzelfall.

Wie lange dauert die Vorbereitung?

Das unterscheidet sich regional. Gespräche, Unterlagen, Hausbesuche und Vorbereitungskurse brauchen Zeit. Fragen Sie beim ersten Kontakt nach dem lokalen Ablauf und der aktuellen Wartezeit.