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Bin ich bereit für ein Pflegekind?
Ein geführter Selbstcheck für Menschen, die Pflegeelternschaft ernsthaft prüfen: mit Alltagsszenarien, ehrlicher Einordnung und einem Ergebnis, das die nächsten Gespräche besser vorbereitet.
- anonym
- keine Registrierung
- 5 oder 15 Min.
- zwei Einstiegstiefen
- orientierend
- kein offizielles Verfahren
Sie antworten auf Situationen, nicht auf Wunschbilder.
Jeder Schritt zeigt, warum das Thema wichtig ist.
Kein offizielles Eignungsverfahren und keine Entscheidung über eine Aufnahme. Der Selbstcheck hilft dir, deine Vorbereitung ehrlicher und sortierter zu besprechen.
Alle Alltagsszenarien im Überblick
Der Volltest arbeitet mit 57 Alltagsszenarien aus 10 Themenbereichen. Es gibt keine „richtige" Antwort — jede Situation zeigt, wie unterschiedlich Vorbereitung auf ein Pflegekind aussehen kann. Hier alle Szenarien zum Nachlesen, auch ohne den interaktiven Test zu starten.
Persönliche Grundlagen
Motivation, Selbstreflexion, Stabilität und Vorinformation
1. Jemand fragt Sie direkt: »Warum wollen Sie eigentlich Pflegeelternteil werden?« Welche dieser Antworten beschreibt Sie am ehrlichsten?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich habe meine Motivation ehrlich hinterfragt – auch die unbequemen Seiten. Mir ist klar, dass Pflegekindschaft primär dem Kind dient.
2. Das Jugendamt fragt Sie beim Erstgespräch: »Was wissen Sie bereits über die Realität der Pflegekinderhilfe?« Was können Sie ehrlich antworten?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich habe Infoveranstaltungen besucht, Fachliteratur gelesen und mit erfahrenen Pflegeeltern gesprochen. Ich kenne die Herausforderungen realistisch.
3. Sie denken an alle Menschen in Ihrem Haushalt: Partner:in, eigene Kinder, andere Mitbewohner:innen. Wie würden Sie den Stand der gemeinsamen Entscheidung beschreiben?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Alle betroffenen Haushaltsmitglieder haben offen mitdiskutiert – auch über Ängste, Grenzen und Auswirkungen. Wenn ich allein lebe, habe ich mein Unterstützungsnetz konkret mitgedacht.
4. Im Bewerbungsgespräch fragt eine Fachkraft: »Gab es belastende Erfahrungen in Ihrer eigenen Kindheit oder Ihrem bisherigen Leben?« Wie stehen Sie dazu?
Worum es geht
Eigene unverarbeitete Traumata können die Fähigkeit einschränken, einem traumatisierten Kind echte Sicherheit zu geben.
5. Die laufenden Leistungen für ein Pflegekind dürfen nicht die finanzielle Basis Ihres Haushalts sein. Wie sieht Ihre Ausgangslage realistisch aus?
Worum es geht
Pflegegeld und Beihilfen sind für den Bedarf des Kindes und die Pflegeleistung gedacht. Die Grundstabilität des Haushalts sollte unabhängig davon bestehen.
6. Wenn Sie in einer Partnerschaft leben: Wie geht Ihre Beziehung mit anhaltendem Stress und Krisen im Familienalltag um?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Wir haben als Paar bewiesen, dass wir unter Druck zusammenarbeiten. Wir reflektieren Konflikte offen und unterstützen uns aktiv – auch in erschöpfenden Phasen.
Wissen & Verständnis
Trauma, Bindung, Entwicklungsbesonderheiten und Herkunftsfamilie
1. Ihr Pflegekind (8) lügt Sie heute zum dritten Mal an – obwohl Sie bereits klar erklärt haben, dass Ehrlichkeit wichtig ist. Was denken Sie als erstes?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich frage zuerst nach dem Schutzbedürfnis hinter dem Verhalten: Vielleicht vermeidet das Kind Scham, Angst oder Strafe. Ich bleibe klar, aber sichere Beziehung geht vor Beschämung.
2. Der Kinderpsychiater teilt Ihnen mit: »Ihr Pflegekind hat eine reaktive Bindungsstörung.« Was bedeutet das für Sie im Alltag?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich verstehe, dass Beziehung, Verlässlichkeit, Vorhersagbarkeit und fachliche Begleitung wichtiger sind als klassische Erziehungsrezepte. Ich würde mir konkrete alltagstaugliche Beratung holen.
3. Sie bemerken, dass das Pflegekind regelmäßig Geld aus Ihrem Portemonnaie nimmt, obwohl es Taschengeld bekommt. Wie interpretieren Sie das?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich sehe zuerst die mögliche Funktion des Verhaltens: Sicherheit, Kontrolle, Scham oder frühere Mangel-Erfahrungen. Gleichzeitig sichere ich Geld und bespreche Wiedergutmachung ohne Beschämung.
4. Der Kinderarzt sagt Ihnen: »Der Entwicklungsrückstand Ihres Pflegekindes wird sich wahrscheinlich nie vollständig aufholen – das ist dauerhaft so.« Was löst das bei Ihnen aus?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich akzeptiere das vollständig. Mein Ziel ist nicht, das Kind »normal« zu machen, sondern ihm das bestmögliche Leben mit seinen eigenen Möglichkeiten zu ermöglichen.
5. Der Träger empfiehlt Ihnen eine mehrtägige Schulung zu »traumasensibler Erziehung«. Die Schulung ist unter der Woche. Wie reagieren Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich priorisiere Fortbildungen aktiv, weil sie direkt zur Sicherheit des Kindes und meiner eigenen Handlungssicherheit beitragen. Ich organisiere Betreuung und Alltag entsprechend.
6. Der Erzieher in der Kita sagt Ihnen: »Ihr Pflegekind ist aggressiv und stört die Gruppe. Wenn sich das nicht ändert, müssen wir über einen Wechsel reden.« Sie wissen, dass das Verhalten traumabedingt ist. Wie reagieren Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich erkläre die Hintergründe sachlich und bringe konkrete Vorschläge ein: Reizreduktion, Rückzugsraum, Integrationskraft. Ich verstehe meine Rolle als Fürsprecher des Kindes.
Stressregulation & Deeskalation
Emotionale Regulation, Krisenmanagement, Selbstfürsorge, Belastbarkeit
1. Es ist 22 Uhr. Ihr Pflegekind (9) schreit: »Ich hasse dich! Du bist nicht mein richtiger Vater/meine richtige Mutter!« – das ist heute schon das dritte Mal in dieser Woche. Was tun Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich bleibe bewusst ruhig und nehme die Aussage nicht als Angriff auf meinen Wert. Ich halte Nähe oder Abstand kindgerecht aus und vermittle: Ich bleibe verantwortlich und verlässlich.
2. Sie merken seit Wochen: Der Stress nimmt zu, Sie schlafen schlecht, und Sie reagieren öfter gereizt als sonst. Wann und wie holen Sie sich Unterstützung?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich kenne meine Warnsignale gut. Ich hole mir frühzeitig Hilfe – beim Träger, beim Fachberater, bei einer Supervision – bevor ich wirklich überlastet bin.
3. Es läuft gerade wirklich schlecht – das Kind hat eine schwere Krisenwoche, und Sie sind am Ende Ihrer Kräfte. Wen können Sie konkret anrufen?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich habe ein verlässliches Netz: Einen guten Freund/eine Freundin, einen Fachberater beim Träger und eine Pflegeelterngruppe, die versteht, was ich durchmache.
4. Stellen Sie sich vor: Die nächsten 8 Monate laufen so: Das Kind provoziert täglich, macht Fortschritte rückgängig, zeigt keine Zuneigung. Wie schätzen Sie Ihre Stabilität ein?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich bin vorbereitet auf genau das. Ich weiß, dass Bindungsaufbau so aussehen kann – und ich habe Strategien, um in dieser Phase stabil und fürsorglich zu bleiben.
5. Selbstfürsorge ist für Pflegeeltern kein Luxus, sondern Pflicht. Was tun Sie konkret, um sich regelmäßig zu regenerieren?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich habe feste Rituale, die mir Energie geben – Sport, Hobbys, Zeit für mich – und ich schütze diese Auszeiten bewusst, auch wenn es stressig ist.
6. Das Pflegekind (11) wird während eines Wutanfalls körperlich – es tritt, schlägt um sich und schreit. Was tun Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich sichere zuerst Umgebung, Geschwister und mich selbst. Körperliches Eingreifen nur bei unmittelbarer Eigen- oder Fremdgefährdung und möglichst nach fachlich besprochenem Plan. Danach wird die Situation nachbereitet.
Kooperation & System
Zusammenarbeit mit Behörden, Herkunftsfamilie, Rückführungsbereitschaft
1. Das Jugendamt teilt Ihnen mit, dass Sie das Kind jeden zweiten Samstag für 4 Stunden zur leiblichen Mutter bringen sollen – obwohl Sie das für keine gute Idee halten. Wie reagieren Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich kläre Auftrag, Rahmen und Sicherheitsfragen. Wenn keine akute Gefährdung besteht, arbeite ich mit, dokumentiere meine Beobachtungen und bringe Bedenken sachlich ins Hilfeplangespräch ein.
2. Für Ihr Pflegekind wird eine Schule oder Einrichtung empfohlen, die Sie fachlich kritisch sehen. Vormundschaft, Jugendamt und Schule sind aber anderer Meinung. Was tun Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich bleibe kooperativ, bringe meine Beobachtungen schriftlich und sachlich ein, bitte um klare Ziele und überprüfbare Termine und unterstütze das Kind im Alltag.
3. Die leibliche Mutter kommt zum Umgangstermin und ist offensichtlich angetrunken. Das Kind will sie trotzdem sehen. Was tun Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich orientiere mich am vereinbarten Schutz- und Umgangsrahmen, informiere die zuständige Stelle sofort und sichere die Situation, ohne die Mutter vor dem Kind abzuwerten.
4. Nach drei Jahren, in denen das Kind wirklich Teil Ihrer Familie geworden ist, teilt das Jugendamt Ihnen mit: Das Kind wird in zwei Monaten zur Herkunftsfamilie zurückgeführt. Wie reagieren Sie?
Worum es geht
Rückführungen können Teil eines Pflegeverhältnisses sein. Entscheidend ist, ob Erwachsene Schmerz und Bindung so begleiten, dass das Kind nicht zwischen Loyalitäten zerrieben wird.
5. Ihr Pflegekind (10) spricht nach einem Wochenendbesuch begeistert von seiner leiblichen Mutter – obwohl diese das Kind früher vernachlässigt hat. Was tun Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich höre zu und freue mich mit dem Kind. Das Kind braucht eine positive Beziehung zu seiner Mutter für seine Identität. Meine Aufgabe ist nicht, das Bild zu korrigieren.
6. Der Träger bittet Sie um einen monatlichen Entwicklungsbericht über Ihr Pflegekind. Wie stehen Sie dazu?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Das gehört für mich zur professionellen Pflege dazu. Ich dokumentiere ohnehin laufend und nutze den Bericht als Reflexionsinstrument – auch für mich selbst.
Sicherheitskompetenz
Konkrete Herausforderungen: Bedrohung, Krisen, Grenzsituationen
1. Ein Herkunftselternteil wartet eines Abends vor Ihrem Haus und bedroht Sie lautstark. Das Pflegekind ist drinnen. Was tun Sie?
Worum es geht
Bedrohungen durch Herkunftseltern sind im Pflegealltag keine Seltenheit. Ein klarer Handlungsplan ist entscheidend.
2. Das Pflegekind (11) flippt völlig aus und zerstört dabei mehrere Ihrer persönlichen Gegenstände – darunter ein Erbstück Ihrer Großmutter. Wie gehen Sie damit um?
Worum es geht
Sachbeschädigungen durch traumatisierte Kinder sind keine Seltenheit und kein Zeichen für Erziehungsversagen.
3. Das Pflegekind sagt Ihnen seit drei Wochen täglich: »Ich will zu meiner echten Mama. Du bist nicht meine Mama.« Wie halten Sie das aus?
Worum es geht
Emotionale Ablehnung ist oft ein Bindungstest: Das Kind prüft, ob Sie trotzdem bleiben.
4. Sie kommen ins Zimmer des Pflegekindes und sehen, dass es sich selbst verletzt hat. Was tun Sie?
Worum es geht
Krisen erfordern schnelles, ruhiges Handeln. Notfallpläne sollten im Voraus besprochen werden.
5. Das Pflegekind zeichnet in der Schule beim Thema »Meine Familie« ausschließlich seine leibliche Herkunftsfamilie – Sie kommen nicht vor. Wie fühlen Sie sich?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Das ist vollkommen in Ordnung. Das Kind hat zwei Familien, und ich bin nicht eifersüchtig auf seinen Platz in der Herkunftsfamilie. Das gehört zu seiner Identität.
6. Das Pflegekind (9) erzählt seiner Lehrkraft: »Meine Pflegemutter hat mich gestern geschlagen.« Sie sind überzeugt, dass das nicht zutrifft. Das Jugendamt kündigt einen Hausbesuch an. Wie reagieren Sie?
Worum es geht
Vorwürfe müssen ernst genommen und fachlich geklärt werden. Entscheidend sind Ruhe, Transparenz, Dokumentation und Kooperation – nicht Druck auf das Kind.
7. Das Pflegekind erhebt gegenüber dem Jugendamt den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs gegen Sie. Sie sind überzeugt, dass der Vorwurf nicht zutrifft. Was tun Sie?
Worum es geht
Solche Situationen müssen professionell und kinderschutzsensibel geklärt werden. Eigene Verteidigung, Schutz des Kindes und Kooperation mit den zuständigen Stellen müssen sauber getrennt bleiben.
Safer Caring & Schutzkonzept
Nähe-Distanz-Regulierung, Transparenz, Prävention und Kinderschutz im Familienalltag
1. Ein Pflegekind (7) kommt weinend zu Ihnen und will auf Ihren Schoß krabbeln und gekuschelt werden. Wie reagieren Sie?
Worum es geht
Nähe ist wichtig – aber ein reflektierter Umgang mit Körperkontakt schützt sowohl das Kind als auch Sie.
2. Der Träger bittet Sie, ein Tagebuch über besondere Vorkommnisse zu führen – auch über Situationen, in denen Sie selbst unsicher waren oder Fehler gemacht haben. Wie stehen Sie dazu?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Das ist für mich selbstverständlich. Transparenz über eigene Unsicherheiten ist ein zentraler Baustein guter Pflege. Ich dokumentiere offen.
3. Sie bemerken, dass Ihr jugendliches Pflegekind häufig allein mit Ihrem 20-jährigen Sohn Zeit verbringt – Tür zu, Musik an. Beide sagen, alles sei in Ordnung. Was tun Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich führe ein offenes Gespräch, kläre Familienregeln für Minderjährige, vermeide Heimlichkeit und reflektiere die Situation mit dem Träger – auch ohne konkreten Verdacht.
4. Der Träger bietet eine Schulung zum Thema »Schutzkonzept in der Pflegefamilie« an: Rechte des Kindes, Beschwerdewege, Nähe und Distanz, Bad- und Schlafzimmersituationen. Wie reagieren Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Das ist für mich essenziell. Ich nehme teil und setze die Ergebnisse aktiv in Familienregeln, Beschwerdewege und Absprachen mit Besuchern bzw. Familienmitgliedern um.
5. Das Pflegekind (10) erzählt Ihnen beiläufig beim Abendessen: »Bei meiner alten Familie musste ich Sachen machen, die ich nicht wollte – im Bett.« Was tun Sie?
Worum es geht
Spontane Äußerungen von Kindern über möglichen Missbrauch erfordern ruhiges, professionelles Handeln. Nie drängende Fragen stellen, immer dokumentieren und melden.
6. Sie waren in einer stressigen Situation lauter als beabsichtigt zum Pflegekind. Das Kind hat sich erschrocken und ist in sein Zimmer gelaufen. Wie gehen Sie damit um?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich gehe zum Kind, entschuldige mich aufrichtig und erkläre, dass mein Verhalten nicht in Ordnung war. Ich reflektiere die Situation schriftlich und bespreche sie bei der nächsten Supervision.
7. Ihr Pflegekind (12) bekommt Nachrichten von unbekannten Erwachsenen auf seinem Handy, die zunehmend persönliche Fragen stellen. Das Kind sagt: »Das ist nur ein Freund.« Was tun Sie?
Worum es geht
Cybergrooming ist eine reale Gefahr – besonders für Kinder aus dem Pflegesystem, die oft ein erhöhtes Bedürfnis nach Zuwendung haben.
FASD-Bereitschaft
Verständnis von FASD als permanentem Hirnschaden, Ausdauer, Fürsprecher-Rolle und Langzeitperspektive
1. Die Schulleiterin erklärt Ihnen: »Ihr Kind muss sich einfach mehr anstrengen – wenn es will, kann es es.« Sie wissen, dass FASD eine permanente Hirnschädigung bedeutet und das Kind nicht ›wollen‹ kann. Was tun Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich habe mich auf genau solche Gespräche vorbereitet und erkläre ruhig und sachlich die Neurologie von FASD – mit konkreten Unterlagen.
2. Ihr Pflegekind mit FASD macht seit zwei Jahren kaum sichtbare Fortschritte. Fachleute sagen Ihnen: »Das kann noch Jahre so bleiben – vielleicht auch dauerhaft.« Wie gehen Sie damit um?
Worum es geht
Bei FASD kann der Fortschritt über Jahre minimal oder unsichtbar sein. Das ist keine Niederlage – es ist die neurologische Realität.
3. Das Jugendamt und die Schule schieben beim Hilfeplangespräch gegenseitig die Verantwortung für eine dringend benötigte FASD-gerechte Beschulung hin und her. Niemand fühlt sich zuständig. Was machen Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich übernehme die Koordination aktiv: Ich sammle Befunde, frage nach Zuständigkeiten, bitte um verbindliche Absprachen und hole mir Unterstützung, bis eine tragfähige Lösung entsteht.
4. Ihr Pflegekind mit FASD wird volljährig. Hilfen können sich verändern, und Sie merken: Ohne Unterstützung wird selbstständiges Leben schwierig. Wie stehen Sie dazu?
Worum es geht
FASD ist lebenslang. Viele Betroffene benötigen auch als junge Erwachsene verlässliche Begleitung und ein gut geklärtes Unterstützungssystem.
5. Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie zu? (Mehrfachauswahl möglich)
Worum es geht
Wählen Sie alle Punkte, die wirklich zutreffen.
Körperliche Behinderung
Wohnungsanpassung, Koordination von Versorgung, emotionale Bereitschaft und Einstellung zu Hilfsmitteln
1. Das Pflegekind nutzt einen Rollstuhl und braucht barrierefreien Zugang zu Bad, Schlafzimmer und Eingang. Ihr aktuelles Zuhause erfüllt diese Anforderungen nicht. Was ist Ihre Reaktion?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich informiere mich über Fördermittel für behindertengerechten Umbau und starte den Prozess, bevor das Kind einzieht. Das ist eine klare Voraussetzung.
2. Das Pflegekind braucht wöchentlich Physiotherapie, zweiwöchentlich Ergotherapie, monatliche Arzttermine beim Kinderorthopäden und halbjährliche Klinikkontrollen. Wie organisieren Sie das?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich erstelle einen festen Terminkalender, koordiniere alle Fachleute aktiv und kommuniziere regelmäßig mit ihnen. Das ist Teil der Pflege – ich übernehme das gern.
3. Der behandelnde Arzt sagt Ihnen: »Dieses Kind wird voraussichtlich nie ohne Hilfsmittel laufen können und dauerhaft auf Pflege angewiesen sein.« Was löst das bei Ihnen aus?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich akzeptiere das vollständig. Mein Ziel ist nicht, das Kind ›normal‹ zu machen, sondern ihm das bestmögliche Leben mit seinen Möglichkeiten zu ermöglichen – mit Rollstuhl, Hilfsmitteln und allem was dazugehört.
4. Das Pflegekind braucht regelmäßige körperpflegerische Unterstützung, die Sie täglich mehrfach leisten müssen: Waschen, Umziehen, Toilettengänge. Wie stehen Sie dazu?
Worum es geht
Körperpflege bei körperlich behinderten Kindern ist ein zentraler Bestandteil der Pflege und erfordert körperliche sowie emotionale Bereitschaft.
5. Für welche körperlichen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen fühlen Sie sich grundsätzlich informiert oder bereit? (Mehrfachauswahl möglich)
Worum es geht
Wählen Sie alle, bei denen Sie sich eine Aufnahme vorstellen könnten.
Altersgruppe & Lebenssituation
Eigenes Energieniveau, Haushaltskonstellation, Wohnsituation und Erfahrung mit verschiedenen Altersgruppen
1. Säuglinge und Kleinkinder unter 4 Jahren bedeuten: Schreien in der Nacht, Wickeln, intensive körperliche Präsenz rund um die Uhr – oft über Monate ohne Pause. Wie schätzen Sie Ihr aktuelles Energieniveau und Ihre Lebenssituation dafür ein?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich bin körperlich fit, mein Alltag ist flexibel, und ich habe konkrete Unterstützung für schlafarme Phasen eingeplant. Kleinkinder liegen mir sehr.
2. Sie haben eigene Kinder im Haushalt. Wie alt sind diese, und was bedeutet das für die Aufnahme eines Pflegekindes?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Meine eigenen Kinder sind deutlich älter als das geplante Pflegekind (mindestens 3 Jahre Abstand) oder bereits ausgezogen. Der Altersabstand ist bewusst geplant.
3. Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren können mit Misstrauen, Autonomiewunsch, Loyalitätskonflikten und Ablehnung von Erwachsenen ins Pflegeverhältnis kommen. Was ist Ihre ehrliche Reaktion darauf?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Genau das interessiert mich. Ich habe Erfahrung mit Jugendlichen, verstehe Entwicklungspsychologie dieser Altersgruppe und bin bereit, Beziehung über lange Strecken ohne Dankbarkeit aufzubauen.
4. Ein Pflegekind aufzunehmen bedeutet oft: Beruflich zurückstecken, Urlaubspläne anpassen, Spontanität aufgeben. Wie flexibel ist Ihre aktuelle berufliche und private Situation?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich habe meine Situation bereits konkret geprüft: Ich kann Arbeitszeiten anpassen, habe Arbeitgeberunterstützung oder bin selbst nicht erwerbstätig. Die Rahmenbedingungen sind bereit.
5. In welcher Altersgruppe haben Sie bisher Erfahrung mit Kindern gesammelt – als Elternteil, in der Familie, beruflich oder ehrenamtlich?
Worum es geht
Erfahrung in der jeweiligen Altersgruppe ist kein Muss, hilft aber, die eigene Passung realistischer einzuschätzen.
6. Für welche Altersgruppen sind Sie grundsätzlich offen? (Mehrfachauswahl möglich)
Worum es geht
Wählen Sie alle Altersgruppen, die Sie sich nach ehrlicher Prüfung wirklich vorstellen können. Reflektierte Grenzen sind hilfreicher als pauschale Offenheit.
Sexualisierte Gewalt & Prävention
Umgang mit sexualisiertem Verhalten, Aufklärung, Verdachtssituationen und Opferschutz
1. Ihr Pflegekind (8) zeigt sexualisiertes Verhalten, das nicht altersgemäß wirkt: Es überschreitet Grenzen anderer Kinder, spricht sehr explizit und wirkt dabei angespannt oder zwanghaft. Wie gehen Sie damit um?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich reagiere ohne Scham oder Strafe, setze klare Grenzen zum Schutz anderer Kinder, dokumentiere Beobachtungen und bespreche das zeitnah mit Träger, Jugendamt und therapeutischer Unterstützung.
2. Der Therapeut des Kindes empfiehlt, dass Sie mit Ihrem Pflegekind (9) aktiv über Körpergrenzen und »gute/schlechte Berührungen« sprechen. Wie stehen Sie dazu?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Das ist wichtig und notwendig. Ich nutze altersgerechte Materialien, spreche offen und ohne Scham, und mache dem Kind klar: Dein Körper gehört dir. Nein sagen ist immer erlaubt.
3. Sie haben den Verdacht, dass das Pflegekind beim Besuch der Herkunftsfamilie erneut Grenzverletzungen erlebt – das Kind verhält sich danach auffällig und will nicht zurück. Was tun Sie?
Beispiel für eine differenzierte Antwort
Ich dokumentiere konkrete Verhaltensänderungen sachlich, stelle keine drängenden Fragen, informiere sofort Träger und Jugendamt und bitte um Überprüfung des Umgangsrahmens.