Keine sichere Alkoholmenge, unsichtbare Merkmale und lebenslange Unterstützung klar einordnen.
Was weißt du wirklich über FASD?
Ein kompakter Wissenstest gegen Mythen und Halbwissen: mit Sofort-Auflösung, verständlichen Erklärungen und Fragen, die im Pflegefamilienalltag wirklich relevant werden.
- 8 oder 20
- Fragen je nach Tiefe
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- Auflösung je Frage
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- an Fachquellen orientiert
Nach jeder Antwort erscheint die Erklärung direkt im Testfluss.
Die Fragen greifen Alltag, Schule, Diagnostik und Hilfesystem auf.
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Dieser Wissenstest dient der Aufklärung. Er ersetzt keine medizinische Diagnostik und keine pädagogische oder rechtliche Fachberatung. Grundlage sind unter anderem die AWMF-S3-Leitlinie zu FASD, die LWL/LVR-Arbeitshilfe für die Pflegekinderhilfe und internationale Präventionsempfehlungen.
Alle Wissensfragen im Überblick
Alle 20 Fragen des FASD-Wissenstests mit richtiger Antwort und fachlicher Erklärung zum Nachlesen, auch ohne den interaktiven Test zu starten.
1. Wofür steht FASD?
Richtige Antwort
- Fetale Alkoholspektrumstörung
FASD ist der Oberbegriff für Beeinträchtigungen, die durch Alkoholexposition vor der Geburt entstehen können. Dazu gehören körperliche, kognitive, emotionale und alltagspraktische Einschränkungen in unterschiedlicher Ausprägung.
2. Welche Alkoholmenge gilt in der Schwangerschaft als nachweislich sicher?
Richtige Antwort
- Keine Menge gilt als nachweislich sicher
Seriöse Präventionsempfehlungen formulieren klar: Es gibt keine bekannte sichere Alkoholmenge, keinen sicheren Zeitpunkt und keine sichere Alkoholart in der Schwangerschaft. Deshalb lautet die Empfehlung: kein Alkohol in der Schwangerschaft.
3. Warum kann Alkohol dem ungeborenen Kind schaden?
Richtige Antwort
- Weil Alkohol die Plazenta passieren und die Entwicklung des Gehirns stören kann
Alkohol kann die Plazenta passieren und die Entwicklung des Nervensystems beeinflussen. Besonders relevant ist das Gehirn, das während der gesamten Schwangerschaft reift.
4. Welche Aussage zu äußeren Merkmalen bei FASD ist richtig?
Richtige Antwort
- Viele Betroffene haben keine sichtbaren äußeren Merkmale
FASD ist häufig eine unsichtbare Beeinträchtigung. Sichtbare Merkmale können vorkommen, sind aber nicht bei allen Betroffenen vorhanden. Deshalb darf Unterstützung nicht vom äußeren Eindruck abhängig gemacht werden.
5. Ist FASD heilbar?
Richtige Antwort
- Nein, FASD ist lebenslang; Unterstützung kann die Entwicklung aber deutlich verbessern
FASD gilt als lebenslange neuroentwicklungsbedingte Beeinträchtigung. Förderung, Struktur, passende Hilfen und stabile Beziehungen können die Lebensqualität verbessern, ersetzen aber keine Heilung.
6. Welche Fähigkeiten sind bei FASD häufig betroffen?
Richtige Antwort
- Planen, Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis und Lernen aus Erfahrung
Bei FASD sind häufig exekutive Funktionen betroffen: planen, erinnern, innehalten, übertragen, Ursache und Wirkung verbinden. Das erklärt viele Alltagsprobleme besser als Begriffe wie Faulheit oder Provokation.
7. Was meint ein Entwicklungsalter, das deutlich unter dem Lebensalter liegen kann?
Richtige Antwort
- Ein Jugendlicher kann in manchen Alltagsbereichen Unterstützung wie ein deutlich jüngeres Kind brauchen
Bei FASD können Fähigkeiten sehr unterschiedlich entwickelt sein. Ein junger Mensch kann sprachlich reif wirken und trotzdem bei Zeit, Geld, Impulskontrolle oder Selbstorganisation deutlich mehr Begleitung brauchen.
8. Was hilft im Alltag oft mehr als lange Erklärungen?
Richtige Antwort
- Kurze Schritte, visuelle Hilfen, Wiederholung und vorhersehbare Routinen
FASD-sensible Alltagshilfen machen Anforderungen konkret und sichtbar. Sie entlasten Gedächtnis und Planung und reduzieren Überforderung.
9. Ein Kind bricht eine bekannte Regel immer wieder. Welche Deutung ist FASD-sensibel?
Richtige Antwort
- Das Kind kann Regel, Situation und Handlung möglicherweise nicht stabil verbinden
Wenn Gedächtnis, Impulskontrolle und Generalisierung beeinträchtigt sind, reicht Verstehen allein nicht. Sinnvoller sind wiederholte, konkrete Hilfen und angepasste Erwartungen statt Beschämung.
10. Was ist bei Überforderung oder Reizüberflutung meist zuerst hilfreich?
Richtige Antwort
- Sicherheit, weniger Reize, ruhige Co-Regulation
In der akuten Krise ist das Nervensystem oft nicht auf Lernen gestellt. Erst Sicherheit und Regulation, danach Nachbesprechen und Planen.
11. Kann ein Online-Test FASD diagnostizieren?
Richtige Antwort
- Nein, Diagnostik gehört in medizinische und entwicklungsdiagnostische Fachabklärung
Online-Tests können Orientierung geben, aber keine FASD-Diagnose stellen. Dafür braucht es qualifizierte Diagnostik, Entwicklungsanamnese und fachliche Beurteilung.
12. Warum wird FASD manchmal mit ADHS, Trauma oder Bindungsthemen verwechselt?
Richtige Antwort
- Weil sich Symptome im Alltag überschneiden können
Impulsivität, Konzentrationsprobleme, Stressreaktionen oder soziale Schwierigkeiten können verschiedene Ursachen haben und auch gemeinsam auftreten. Gute Diagnostik sortiert diese Ebenen, statt sie gegeneinander auszuspielen.
13. Was ist in der Schule bei FASD häufig sinnvoll?
Richtige Antwort
- Klare, konkrete Aufgaben, visuelle Hilfen, Pausen und realistische Ziele
Schule kann viel stabilisieren, wenn Anforderungen konkret, wiederholbar und realistisch sind. Kooperation zwischen Schule, Pflegefamilie, Träger und Fachstellen ist dabei oft entscheidend.
14. Was bedeutet „externes Gehirn“ in der FASD-Begleitung?
Richtige Antwort
- Umgebung, Pläne und Erwachsene helfen dort, wo Gedächtnis und Planung nicht zuverlässig tragen
Externe Struktur bedeutet nicht Entmündigung. Sie macht Anforderungen sichtbar und abrufbar, damit das Kind besser handeln kann.
15. Warum funktionieren klassische Konsequenzen bei FASD oft schlechter als erwartet?
Richtige Antwort
- Weil Ursache-Wirkung, Zeitgefühl und Übertragung auf neue Situationen beeinträchtigt sein können
Grenzen bleiben wichtig. Aber wenn Lernen aus Folgen neurologisch erschwert ist, braucht es mehr Vorstrukturierung, unmittelbare Hilfe und wiederholte, konkrete Unterstützung.
16. Welche Haltung schützt Kind und Pflegefamilie besonders?
Richtige Antwort
- Früh ein Netz aus Beratung, Schule, Träger, Medizin und Entlastung aufbauen
FASD-Begleitung ist Teamarbeit. Frühzeitige Entlastung und fachliche Rückendeckung verhindern, dass Familien erst im Notfall Unterstützung suchen.
17. Warum ist der Übergang ins Erwachsenenalter bei FASD besonders wichtig?
Richtige Antwort
- Weil Volljährigkeit nicht automatisch alltagspraktische Selbstständigkeit bedeutet
Viele Betroffene brauchen auch nach der Volljährigkeit Unterstützung bei Wohnen, Geld, Arbeit, Beziehungen, Gesundheit und Schutz vor Ausnutzung. Übergänge sollten früh geplant werden.
18. Welche Aussage vermeidet Stigmatisierung?
Richtige Antwort
- FASD beschreibt Beeinträchtigungen, nicht den Wert eines Menschen
Eine Diagnose soll Unterstützung ermöglichen, nicht beschämen. FASD-sensible Sprache trennt Verhalten, Beeinträchtigung und Würde des Kindes.
19. Was gehört typischerweise in eine gute FASD-Abklärung?
Richtige Antwort
- Entwicklungsdiagnostik, Anamnese, körperliche Befunde und neuropsychologische Einordnung je nach Fragestellung
FASD-Diagnostik ist mehrdimensional. Je nach Alter und Fragestellung werden Entwicklung, Verhalten, körperliche Hinweise, Alkoholexposition und Alltagsfunktion betrachtet.
20. Welche Kommunikation passt häufig gut zu FASD?
Richtige Antwort
- Kurz, konkret, ein Schritt nach dem anderen, möglichst sichtbar
Konkrete Sprache und sichtbare Schritte reduzieren kognitive Last. Das Kind muss weniger im Kopf behalten und kann leichter handeln.