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Bin ich bereit für ein Kind mit FASD?

Ein geführter Selbstcheck für Menschen, die FASD-Pflege nicht romantisieren, sondern gut vorbereiten wollen: mit Alltagsszenarien, ehrlicher Einordnung und konkreten nächsten Schritten.

anonym
keine Registrierung
4 oder 10 Min.
zwei Einstiegstiefen
orientierend
kein amtliches Verfahren
Kurz oder vertieft

Erst grob prüfen oder direkt tiefer in typische FASD-Situationen gehen.

Szenarien statt Wunschbild

Sie antworten auf Alltag, Schule, Krise, Entlastung und Langzeitperspektive.

Kein Urteil

Das Ergebnis zeigt Vorbereitung und Klärungsbedarf, keine amtliche Eignung.

Welchen FASD-Check möchtest du machen?

Wähle zwischen einer schnellen Orientierung oder einem vertieften Selbstcheck mit Profilhinweisen.

Beide Checks sind kein offizielles Eignungsverfahren und ersetzen nicht die Prüfung durch das Jugendamt. FASD-Wissen ist keine Voraussetzung; die Hinweise ordnen zentrale Grundlagen ein.

Alle Alltagsszenarien im Überblick

Der vertiefte Bereitschaftscheck arbeitet mit 16 Alltagsszenarien aus 5 Themenbereichen. Es gibt keine „richtige" Antwort — jede Situation zeigt, wie unterschiedlich Vorbereitung auf FASD im Alltag aussehen kann. Hier alle Szenarien zum Nachlesen, auch ohne den interaktiven Check zu starten.

FASD verstehen

FASD als hirnorganisch bedingte, häufig unsichtbare und lebenslange Beeinträchtigung einordnen

1. Ein Kind mit FASD kann etwas gestern gut, heute aber scheinbar gar nicht. Wie ordnest du das ein?

Worum es geht

Bei FASD können Gedächtnis, exekutive Funktionen und Reizverarbeitung schwanken. Inkonsistente Leistung ist häufig kein Trotz, sondern Ausdruck der Beeinträchtigung.

2. Jemand sagt: „Mit genug Liebe und Konsequenz wächst sich FASD schon aus.“ Was löst das bei dir aus?

Worum es geht

FASD ist eine lebenslange neuroentwicklungsbedingte Beeinträchtigung. Bindung und Förderung helfen sehr, heilen FASD aber nicht weg.

3. Das Kind hat keine typischen Gesichtsmerkmale. Fachkräfte sprechen trotzdem von FASD. Wie gehst du damit um?

Worum es geht

Viele Betroffene haben keine sichtbaren äußeren Merkmale. Entscheidend sind Diagnostik, Entwicklungsprofil und die konkreten Einschränkungen im Alltag.

Struktur & Alltag

Routinen, visuelle Hilfen, Übergänge und klare, wiederholbare Abläufe im Familienalltag planen

1. Morgens klappt es nur, wenn Kleidung, Frühstück, Schulranzen und Medikamente immer gleich vorbereitet sind. Wie passt das zu deinem Familienalltag?

Worum es geht

Vorhersehbarkeit und wiederkehrende Abläufe entlasten Kinder mit FASD. Sie ersetzen nicht Beziehung, aber sie machen Beziehung im Alltag oft erst möglich.

2. Ein spontaner Termin wirft den Nachmittag um. Das Kind kippt in Wut, Weinen oder völligen Rückzug. Was wäre dein Plan?

Worum es geht

Übergänge und Planänderungen sind bei FASD häufig Hochrisikomomente. Hilfreich sind Vorankündigung, Ersatzplan, Reizreduktion und eine erwachsene Person, die reguliert.

3. Hausaufgaben dauern ewig. Das Kind versteht die Aufgabe, vergisst aber Zwischenschritte, Material und Zeit. Was hilft aus deiner Sicht am ehesten?

Worum es geht

Viele Kinder mit FASD brauchen ein „externes Gehirn“: kurze Schritte, visuelle Erinnerung, unmittelbare Hilfe und weniger abstrakte Eigenorganisation.

Co-Regulation

Krisen als Überforderung verstehen, ruhig bleiben, reparieren und Scham vermeiden

1. Im Supermarkt kommt es zum Zusammenbruch: Schreien, Weglaufen, Blicke anderer Menschen. Was ist deine erste Priorität?

Worum es geht

In einer akuten Überforderung helfen Sicherheit, Reizreduktion und Co-Regulation. Nachbesprechen kommt später.

2. Nach einer Regelverletzung wirkt das Kind nicht einsichtig. Es sagt: „Ich weiß nicht mehr, warum ich das gemacht habe.“ Was machst du daraus?

Worum es geht

FASD kann Erinnern, Impulskontrolle und Lernen aus Konsequenzen beeinträchtigen. Strafe ohne Anpassung führt oft nicht zu stabilem Lernen.

3. Du wirst selbst laut, obwohl du ruhig bleiben wolltest. Was passiert danach?

Worum es geht

Perfekte Pflegeeltern gibt es nicht. Entscheidend ist, ob Erwachsene reparieren, Verantwortung übernehmen und sich Unterstützung holen.

Hilfesystem & Entlastung

Schule, Jugendamt, Medizin, Beratung, Selbsthilfe und Entlastung aktiv koordinieren

1. Die Schule deutet Verhalten als „verweigert“ und fordert mehr Druck. Was wäre deine Rolle?

Worum es geht

Kinder mit FASD brauchen im System oft Übersetzungsarbeit: klare Informationen, realistische Ziele, Nachteilsausgleich und verlässliche Kooperation.

2. Welche Unterstützungen würdest du aktiv einplanen? (Mehrfachauswahl möglich)

Worum es geht

FASD-Begleitung gelingt selten im Alleingang. Entlastung und fachliche Rückendeckung sind Schutzfaktoren für Kind und Familie.

3. Ärztliche Termine, Schulgespräche, Hilfeplangespräche und Dokumentation häufen sich. Wie gehst du mit dieser Koordinationsrolle um?

Worum es geht

Pflegeeltern werden bei FASD häufig zu Koordinatorinnen und Koordinatoren im Alltag. Gute Dokumentation schützt vor Missverständnissen und hilft im Hilfesystem.

Langzeitperspektive

Entwicklung nicht nur bis zur Volljährigkeit denken, sondern Übergänge, Schutz und Teilhabe langfristig planen

1. Das Kind wird älter, braucht aber weiterhin viel Anleitung bei Geld, Zeit, Internet, Freundschaften oder Wegen. Wie denkst du darüber?

Worum es geht

FASD kann lebenslange Unterstützung in Alltagskompetenzen nötig machen. Volljährigkeit bedeutet nicht automatisch Selbstständigkeit.

2. Du erfährst, dass bei FASD Schutzthemen wie Impulsivität, leichte Beeinflussbarkeit oder riskante Kontakte wichtig werden können. Was löst das aus?

Worum es geht

FASD-sensible Begleitung bedeutet auch vorausschauenden Schutz: nicht aus Kontrolle, sondern weil Risikoabschätzung und Impulskontrolle beeinträchtigt sein können.

3. Das Kind bringt zusätzlich Traumaerfahrungen, mögliche ADHS-Symptome oder Lernschwierigkeiten mit. Welche Haltung passt am besten?

Worum es geht

FASD kommt in Pflegeverhältnissen oft nicht isoliert vor. Hilfreich ist eine nicht konkurrierende Sicht: mehrere Belastungen können gleichzeitig wahr sein.

4. Nach Monaten gibt es kaum sichtbare Fortschritte. Was wäre für dich trotzdem ein Erfolg?

Worum es geht

Bei FASD sind kleine Schritte oft groß: weniger Krisen, schnellere Beruhigung, bessere Vorhersagbarkeit oder mehr Vertrauen können wichtige Entwicklungszeichen sein.