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Fachthema

Autismus-Spektrum bei Pflegekindern
Diagnose, Alltag und Unterstützung

Autismus-Spektrum-Störung und Bindungsstörung können sich bei Pflegekindern täuschend ähnlich sehen. Dieser Fachratgeber erklärt, wie eine fundierte Differenzialdiagnostik gelingt, was die Autismus-Spektrum-Störung (ICD-11: 6A02) wirklich bedeutet und welche konkreten Alltagsstrategien, Therapien und Rechtsansprüche Pflegeeltern kennen müssen.

13 Min. LesezeitAktualisiert: Februar 2026Fachlich geprüft

Was ist Autismus-Spektrum-Störung?

Die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) wird im internationalen Klassifikationssystem ICD-11 unter dem Code 6A02 als neurobiologische Entwicklungsstörung klassifiziert. Sie beginnt in der frühen Kindheit, ist lebenslang und betrifft nach aktuellen Studien etwa 1 % der Bevölkerung — Jungen werden deutlich häufiger diagnostiziert als Mädchen, obwohl Forschende davon ausgehen, dass ASS bei Mädchen und Frauen systematisch unterdiagnostiziert ist (sogenanntes Camouflaging oder Masking).

Der Begriff «Spektrum" ist bewusst gewählt: Autismus zeigt sich in einem breiten Kontinuum — von Personen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf in allen Lebensbereichen bis zu Menschen, die weitgehend selbstständig leben und im Alltag kaum auffallen. Was alle Autisten verbindet, sind die beiden Kernsymptombereiche, die die ICD-11 definiert.

Die zwei Kernsymptombereiche nach ICD-11

Schwierigkeiten in sozialer Kommunikation und Interaktion

Eingeschränkter oder ungewöhnlicher Blickkontakt, Schwierigkeiten beim Verstehen und Anwenden impliziter sozialer Regeln, atypischer Sprachgebrauch (wörtliches Verstehen, ungewöhnliche Prosodie), erschwertes Lesen von Gesichtsausdrücken und Körpersprache, Schwierigkeiten beim Aufbau und Erhalt von Freundschaften.

Eingeschränkte, repetitive Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten

Intensive, eng umgrenzte Spezialinteressen, strikte Routinen und Rituale mit starker Reaktion auf Unterbrechungen, stereotype motorische Bewegungen (Stimming: Schaukeln, Flattern, Drehen), ungewöhnliche sensorische Reaktionen (Hypo- oder Hypersensitivität auf Geräusche, Licht, Texturen, Gerüche).

Klassifizierung nach ICD-11: Unterstützungsbedarfe

Die ICD-11 beschreibt ASS nicht mehr in Untertypen wie Asperger-Syndrom oder frühkindlicher Autismus (diese Unterscheidung hat die ICD-10 noch gemacht). Stattdessen wird der Unterstützungsbedarf in zwei Dimensionen spezifiziert:

6A02.0

ASS ohne Störung der intellektuellen Entwicklung und ohne Beeinträchtigung der Funktionalsprache

Das Kind hat eine durchschnittliche oder überdurchschnittliche Intelligenz und spricht funktionell. Früher als 'Asperger-Syndrom' oder 'hochfunktionaler Autismus' bezeichnet. Soziale Schwierigkeiten und repetitive Muster sind trotzdem erheblich und führen zu Leidensdruck.

6A02.1

ASS ohne Störung der intellektuellen Entwicklung, aber mit Beeinträchtigung der Funktionalsprache

Durchschnittliche Intelligenz, aber Sprache ist im Alltag eingeschränkt einsetzbar. Möglicherweise sind Unterstützte Kommunikation (UK) oder kommunikative Hilfsmittel (AAC) erforderlich.

6A02.2

ASS mit Störung der intellektuellen Entwicklung und ohne Beeinträchtigung der Funktionalsprache

Intelligenzminderung liegt vor, Sprache ist funktionell vorhanden. Höherer Unterstützungsbedarf in schulischen und alltagspraktischen Bereichen.

6A02.3

ASS mit Störung der intellektuellen Entwicklung und mit Beeinträchtigung der Funktionalsprache

Hoher Unterstützungsbedarf in allen Lebensbereichen. Kommunikation über Unterstützte Kommunikation, Gebärden oder Bildkommunikation (z. B. PECS). Intensive Förderung und Begleitung erforderlich.

Häufige Komorbiditäten

ASS tritt selten allein auf. Pflegeeltern sollten wissen, dass die Mehrheit autistischer Kinder weitere Diagnosen hat:

ADHS

bis 50 %

Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität — häufigste Komorbidität

Angststörungen

40–50 %

Soziale Ängste, generalisierte Angststörungen, spezifische Phobien

Depression

bis 40 %

Besonders im Jugendalter, häufig durch soziale Ausgrenzung verstärkt

Epilepsie

20–30 %

Deutlich erhöhtes Risiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung

Schlafstörungen

50–80 %

Ein- und Durchschlafprobleme, gestörte Schlaf-Wach-Rhythmik

Gastrointestinale Probleme

bis 45 %

Verdauungsprobleme, häufig mit sensorischen Ess-Problemen kombiniert

Gut zu wissen

Neurobiologie: ASS hat eine ausgeprägte genetische Komponente mit einer Heritabilität von ca. 80 %. Sie ist keine Folge von Erziehungsfehlern, Impfungen oder Ernährung — diese Mythen sind wissenschaftlich eindeutig widerlegt. Autismus ist kein Defizit, das «geheilt" werden muss, sondern eine andere Art, die Welt wahrzunehmen und zu verarbeiten. Gute Unterstützung zielt nicht auf die Beseitigung autistischer Züge, sondern auf Teilhabe, Wohlbefinden und Selbstbestimmung.

Autismus und Bindungsstörung — die schwierige Abgrenzung

Dies ist der für Pflegeeltern wichtigste Abschnitt dieses Ratgebers. Kein anderes Diagnosepaar sorgt in der Pflegekinderhilfe für mehr Verwirrung und Fehldiagnosen als die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und die reaktive Bindungsstörung (ICD-11: 6B44). Die Symptome überschneiden sich so stark, dass selbst erfahrene Fachkräfte ohne systematische Diagnostik keine verlässliche Unterscheidung treffen können.

Symptomüberschneidungen im Überblick

Symptome, die bei BEIDEN Diagnosen vorkommen können

Eingeschränkter oder fehlender Blickkontakt

ASS:Neurobiologisch: Blickkontakt erzeugt Überstimulation im Gehirn
Bindung:Schutzreaktion: Vermeidung des Blickkontakts als erlernte Strategie

Soziale Zurückgezogenheit und Rückzug

ASS:Überforderung durch soziale Komplexität und sensorische Reize
Bindung:Fehlende Bindungserfahrung, Erwartung von Ablehnung oder Schmerz

Repetitive, stereotype Verhaltensweisen

ASS:Selbststimulation und Selbstregulation — neurologisch bedingt
Bindung:Selbstberuhigung bei Überforderung, dissoziative Muster

Emotionale Dysregulation und Wutausbrüche

ASS:Reizüberflutung, unvorhergesehene Situationen, Kontrollverlust
Bindung:Traumaresponse, unreguliertes Nervensystem, Hyperarrousal

Schwierigkeiten im Peer-Kontakt

ASS:Schwierigkeiten im Verstehen sozialer Regeln und Pragmatik
Bindung:Misstrauen, ambivalentes Bindungsverhalten, Kontrollstrategien

Der entscheidende Unterschied

Der Kern der Unterscheidung liegt in der Ursache und der Konstanz der Symptome:

Autismus-Spektrum-Störung

Neurobiologisch, genetisch bedingt

Symptome zeigen sich konstant über alle Kontexte und Beziehungen

Auch bei sicher gebundenen, nicht-traumatisierten Kindern vorhanden

Sensorische Besonderheiten sind ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal

Verbesserung durch Therapie, aber Kernsymptome bleiben lebensbegleitend

Reaktive Bindungsstörung (ICD-11: 6B44)

Erfahrungsbasiert: entsteht durch pathogene Fürsorge (Vernachlässigung, Misshandlung)

Symptome sind beziehungsabhängig — variieren je nach Bezugsperson und Sicherheit

Verbesserung durch sichere, verlässliche Bezugsperson möglich

Kein charakteristisches sensorisches Profil

Beginnt per Definition vor dem fünften Lebensjahr

Wichtig

Wichtig für Pflegeeltern: Bei Pflegekindern liegt sehr häufig beides gleichzeitig vor — eine ASS und eine Bindungsstörung. Das macht die Diagnostik so anspruchsvoll. Ein Kind kann neurobiologisch autistisch sein und zusätzlich durch Vernachlässigung oder Misshandlung traumatisiert worden sein. Beide Diagnosen bedürfen dann einer eigenen, parallelen Behandlung. Eine Diagnose schließt die andere nicht aus.

Ausführlicher Ratgeber

Bindungsstörung beim Pflegekind

Formen, Ursachen, Diagnostik und wie sichere Bindung nach Trauma gelingt.

Diagnostik bei Pflegekindern

Eine ASS-Diagnostik bei Pflegekindern ist besonders anspruchsvoll — nicht weil die Diagnosekriterien anders wären, sondern weil ein entscheidender Baustein häufig fehlt: die Entwicklungsanamnese. Wann hat das Kind die ersten Worte gesprochen? Wie war der Blickkontakt als Säugling? Gab es frühkindliche Auffälligkeiten? — Diese Informationen sind bei Pflegekindern oft nicht oder nur fragmentarisch verfügbar, weil die leiblichen Eltern nicht erreichbar, nicht kooperativ oder selbst überfordert sind.

Trotzdem ist eine valide Diagnostik möglich — sie erfordert aber spezialisierte Fachkräfte, die mit dieser Einschränkung umgehen können.

Diagnostische Instrumente — der Goldstandard

ADOS-2 (Autism Diagnostic Observation Schedule, 2. Edition)Goldstandard

Der internationale Goldstandard in der ASS-Diagnostik. Eine strukturierte Beobachtungssituation, in der die untersuchende Fachkraft soziale und kommunikative Verhaltensweisen systematisch beobachtet und codiert. Fünf Module, abgestimmt auf Entwicklungsalter und Sprachstand. Kein Elterninterview erforderlich — besonders wertvoll bei fehlender Anamnese.

ADI-R (Autism Diagnostic Interview — Revised)

Strukturiertes Interview mit Bezugspersonen (Eltern oder Pflegeeltern). Erhebt die Entwicklungsgeschichte und aktuelle Symptomatik in den Bereichen Kommunikation, soziale Interaktion und repetitive Verhaltensweisen. Bei Pflegekindern eingeschränkt einsetzbar, wenn die Pflegeeltern das Kind erst im späteren Kindesalter aufgenommen haben — aber Pflegeeltern können berichten, was sie selbst beobachtet haben.

SRS-2 (Social Responsiveness Scale, 2. Edition)

Standardisierter Fragebogen für Eltern oder Lehrer, der soziale Kognition, Kommunikation und eingeschränkte Interessen misst. Gut geeignet als Screening und zur Verlaufskontrolle. Kann von Pflegeeltern und Lehrern ausgefüllt werden.

Entwicklungspsychologische und neuropsychologische Testung

Erfassung von Intelligenz (z. B. HAWIK-V, Leiter-3), Sprache, Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen. Dient der Einordnung des Profils und der Planung individueller Fördermaßnahmen. Auch relevant für die Abgrenzung zur Intelligenzminderung.

Traumadiagnostik (bei Pflegekindern obligatorisch)

Instrumente wie CATS (Child Acute Stress Questionnaire), CPSS (Child PTSD Symptom Scale) oder klinisches Traumainterview sollten bei jedem Pflegekind Teil der Diagnostik sein — bevor oder parallel zur ASS-Abklärung. Andernfalls riskieren Fachkräfte, Traumafolgesymptome als ASS zu missinerpretieren.

Wo die Diagnostik stattfindet

Nicht jede Kinderarztpraxis ist für eine ASS-Diagnostik qualifiziert. Pflegeeltern sollten gezielt folgende Einrichtungen aufsuchen:

Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)

SPZ sind interdisziplinäre Einrichtungen mit Kinder- und Jugendpsychiatern, Psychologen, Logopäden und Ergotherapeuten. Sie haben Erfahrung mit komplexen Entwicklungsstörungen und mit der Situation von Pflegekindern. Die Kosten trägt die gesetzliche Krankenversicherung. Wartezeit: 6–12 Monate — frühzeitig anmelden.

Autismus-Ambulanzen (an Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie)

Spezialisierte Ambulanzen an psychiatrischen Kliniken, die ausschließlich oder schwerpunktmäßig ASS diagnostizieren und beraten. Höhere Spezialisierung als viele SPZ. Oft kürzere Wartezeiten für die Diagnostik, manchmal aber auch länger. Können Therapieempfehlungen und Stellungnahmen für Eingliederungshilfe erstellen.

Niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater

Können ASS-Diagnostik durchführen, aber nicht alle haben ADOS-2-Ausbildung. Fragen Sie explizit, welche Diagnostikinstrumente eingesetzt werden. Kassenfinanziert, Überweisungspflicht. Wartezeiten variieren stark.

Tipp

Tipp für die Anmeldung: Melden Sie sich gleichzeitig bei mehreren Stellen an — SPZ, Autismus-Ambulanz, niedergelassener Kinder- und Jugendpsychiater. Wer zuerst einen Termin hat, bekommt den Zuschlag. Teilen Sie bei der Anmeldung mit, dass das Kind in einer Pflegefamilie lebt — manche Einrichtungen haben Erfahrung mit der besonderen Situation und priorisieren entsprechend. Eine ASS-Diagnose öffnet Türen zur Eingliederungshilfe, Schulbegleitung und spezialisierten Therapien.

Alltagsgestaltung mit einem autistischen Pflegekind

Ein autistisches Pflegekind in der Familie zu begleiten ist bereichernd und herausfordernd zugleich. Die gute Nachricht: Die wirksamsten Strategien kosten kein Geld und lassen sich sofort umsetzen. Sie basieren auf dem Grundprinzip Vorhersehbarkeit, Reizreduzierung und klare Kommunikation.

Struktur und Vorhersehbarkeit — der Schlüssel zum Alltag

Autistische Menschen benötigen ein hohes Maß an Struktur und Vorhersehbarkeit, weil ihr Gehirn Veränderungen und Unbekanntes als besonders stressig verarbeitet. Was für andere Kinder bloß Überraschungen sind, kann für autistische Kinder echte Krisen auslösen.

Tages- und Wochenplan

Erstellen Sie einen visuellen Tagesplan mit Bildern oder Symbolen (für jüngere Kinder) oder schriftlich (für ältere). Der Plan gibt dem Kind Kontrolle und Sicherheit. Hängen Sie ihn sichtbar auf. Kündigen Sie Abweichungen immer vorab an.

Routinen beibehalten

Schlaf-, Ess- und Übergangsrituale (z. B. von Schule nach Hause, von Spielzeit zu Abendessen) so konstant wie möglich halten. Jede Routine gibt dem Kind einen sicheren Anker. Änderungen wenn möglich 24–48 Stunden vorher ankündigen.

Übergänge vorbereiten

Übergänge (Ende eines Spiels, Aufbruch, Schulbeginn) sind häufige Krisenauslöser. Nutzen Sie Zeitwarnungen: '5 Minuten noch', '2 Minuten noch'. Timer sind besser als reine Ankündigungen, weil sie Zeit sichtbar machen.

Spezialinteressen nutzen

Spezialinteressen sind nicht Ablenkung, sondern Ressource. Sie ermöglichen Motivation, Lernen und Stressabbau. Integrieren Sie Spezialinteressen in Alltagsroutinen: Auf dem Weg zur Schule über Züge sprechen, Mathe-Aufgaben mit dem Lieblingsthema verbinden.

Klare, direkte Kommunikation

Kurze Sätze, direkte Sprache, wörtlich meinen was man sagt. Ironie, Sarkasmus und Metaphern verstehen autistische Kinder häufig nicht. Statt 'Kannst du mal aufräumen?' sagen: 'Bitte räum jetzt die Legosteine in die rote Kiste'. Visuelle Anweisungen unterstützen.

Rückzugsräume schaffen

Jedes autistische Kind braucht einen Rückzugsort: ein ruhiges Zimmer, eine Höhle aus Decken, ein ruhiger Gartenbereich. Dieser Ort dient der Reizreduzierung und dem Selbstregulieren — nicht als Strafe. Das Kind entscheidet selbst, wann es den Rückzugsort aufsucht.

Soziale Situationen vorbereiten und nachbereiten

Geburtstagspartys, Familientreffen, Schulfeste — für autistische Kinder sind diese Situationen oft mit sozialer und sensorischer Überforderung verbunden. Statt das Kind zu zwingen oder ganz fernzubleiben, hilft eine strukturierte Vorbereitung:

Situation im Voraus besprechen: Wer ist dort? Was passiert? Wie lange dauert es? Was darf das Kind tun, wenn es überwältigt wird?
Rückzugsmöglichkeit vereinbaren: Das Kind weiß, dass es jederzeit mit einer Bezugsperson rausgehen darf
Sinneshelfer mitnehmen: Gehörschutz, Sonnenbrille, Stressbälle oder ein bekanntes Spielzeug als Anker
Exit-Signal vereinbaren: Ein geheimes Zeichen, mit dem das Kind signalisiert, dass es jetzt gehen möchte — ohne Erklärung
Nachbereitung: Ruhige Zeit nach sozialen Ereignissen einplanen — das Kind braucht Zeit zum Decompressing

Gut zu wissen

Meldowns vs. Tantrums: Ein autistischer Meltdown ist kein Trotzanfall. Während ein Trotzanfall auf ein Ziel ausgerichtet ist, ist ein Meltdown eine neurologische Überlastungsreaktion — das Kind hat die Kontrolle verloren und leidet. Maßnahmen im Meltdown: Reize reduzieren, Abstand geben, keine Fragen stellen, keine Körperkontakt ohne Erlaubnis, ruhig bleiben. Konsequenzen oder Gespräche erst danach, in der Ruhe.

Sensorische Verarbeitung — wenn die Welt zu laut ist

Sensorische Verarbeitungsbesonderheiten sind eines der verlässlichsten und klinisch bedeutsamsten Merkmale der Autismus-Spektrum-Störung. Viele autistische Menschen beschreiben ihre sensorische Welt so: Was andere kaum wahrnehmen, ist für sie unerträglich — und was andere deutlich spüren, registrieren sie kaum. Beide Richtungen sind möglich: Hypersensitivität (überempfindlich) und Hyposensitivität (unterempfindlich), oft gleichzeitig in verschiedenen Sinnesbereichen.

Sinnesbereich: Gehör

Hypersensitivität

Geräusche sind wie Schmerz: Staubsauger, Schulklingel, viele gleichzeitige Stimmen, kratzende Stühle. Das Kind hält sich die Ohren zu, schreit, flieht. In der Schule oft als 'Verhaltensproblem' fehlgedeutet.

Hyposensitivität

Das Kind reagiert kaum auf Geräusche, wirkt in eigener Welt versunken, macht selbst laute Geräusche zur Selbststimulation (Stimming).

Sinnesbereich: Licht und Sehen

Hypersensitivität

Grelles Licht (Neonröhren, Sonnenlicht) ist unerträglich. Flackern von Bildschirmen oder Leuchtstoffröhren ist sichtbar und schmerzhaft. Das Kind blinzelt, meidet helle Räume, trägt am liebsten eine Sonnenbrille.

Hyposensitivität

Stares, schaut intensiv auf Lichtmuster oder sich bewegende Objekte. Dreht Gegenstände, um visuelle Stimulation zu erzeugen.

Sinnesbereich: Berührung und Propriozeption

Hypersensitivität

Bestimmte Kleidungsstücke (Nähte, Etiketten, enge Ärmel, synthetische Stoffe) sind unerträglich. Das Kind zieht Kleidung aus oder trägt immer dieselben Sachen. Zufällige Berührungen durch andere sind schmerzhaft.

Hyposensitivität

Sucht intensive Berührungsreize: drückt sich gegen Wände, rollt sich in Decken ein, Druckwesten helfen. Spürt Schmerz oft weniger intensiv.

Sinnesbereich: Geruch und Geschmack

Hypersensitivität

Bestimmte Gerüche (Parfüm, Reinigungsmittel, Schulkantine) sind überwältigend. Essen wird wegen Geruch, Textur oder Konsistenz verweigert. Sehr eingeschränktes Nahrungsmittelspektrum ('picky eating') ist häufig.

Hyposensitivität

Riecht intensiv an allem, steckt Dinge in den Mund, sucht intensive Geschmacksreize.

Praktische Anpassungen im Alltag

Gehörschutz (Lärmschutzkopfhörer) für Schule, öffentliche Orte, laute Familienveranstaltungen — normalisieren, nicht stigmatisieren
Sonnenbrille auch in Innenräumen erlauben, wenn Lichtempfindlichkeit vorhanden
Kleidung: weiche Stoffe ohne Nähte und Etiketten (Etiketten herausschneiden), Lieblingskleidung mehrfach kaufen, keine enge Kleidung erzwingen
Essen: Texturen und Konsistenzen respektieren, keine Zwangsmahlzeiten, neue Lebensmittel langsam und ohne Druck einführen (Food Chaining — Ergotherapeuten können helfen)
Sensorische Diät mit Ergotherapeuten erarbeiten: gezielte sensorische Aktivitäten über den Tag verteilt, die das Nervensystem regulieren (Schaukeln, Trampolinspringen, Knetmasse)
Ruhiger Rückzugsraum mit gedämpftem Licht, weichen Unterlagen, Decken — für Decompression nach intensiven sozialen Situationen

Tipp

Sensorisches Profil erstellen lassen: Eine Ergotherapeutin mit Spezialisierung auf sensorische Integration kann ein individuelles sensorisches Profil für Ihr Pflegekind erstellen. Dieses zeigt genau, welche Reize überwältigend und welche regulierend wirken. Das Profil ist die Grundlage für eine «sensorische Diät" — ein strukturiertes Angebot sensorischer Erfahrungen über den Tag.

Therapien und Unterstützung

Es gibt keine Therapie, die Autismus «heilt" — und das ist auch nicht das Ziel. Gute Unterstützung für autistische Menschen zielt auf Teilhabe, Wohlbefinden, Kommunikation und Selbstbestimmung. Folgende Therapien sind für viele autistische Kinder und Jugendliche hilfreich und können über verschiedene Kostenträger finanziert werden.

Autismus-Spezialtherapie

Eingliederungshilfe (§ 35a SGB VIII / SGB IX)

Die ambulante Autismus-Therapie wird in Deutschland von Autismus-Therapiezentren angeboten, die nach verhaltenstherapeutischen Ansätzen (z. B. EIBI/ABA-basiert oder TEACCH-basiert) arbeiten. Der TEACCH-Ansatz (Treatment and Education of Autistic and related Communication Handicapped Children) legt besonderen Wert auf visuelle Strukturierung und Vorhersehbarkeit. Autismus-Therapie wird nicht von der Krankenkasse, sondern von der Eingliederungshilfe finanziert.

Ergotherapie mit Schwerpunkt Sensorische Integration

Gesetzliche Krankenversicherung (§ 27 SGB V)

Ergotherapeuten mit SI-Weiterbildung arbeiten mit autistischen Kindern an der sensorischen Regulation, Alltagskompetenzen (Anziehen, Essen, Hygiene), Feinmotorik und Handlungsplanung. Besonders wertvoll in Kombination mit einem individuellen sensorischen Profil. Kassenfinanziert — Überweisungspflicht vom Kinderarzt.

Logopädie und Unterstützte Kommunikation (UK)

Gesetzliche Krankenversicherung (§ 27 SGB V)

Für autistische Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerungen oder -beeinträchtigungen. Logopäden arbeiten an Spracherwerb, Pragmatik (Sprache im sozialen Kontext einsetzen), Prosodie und ggf. Unterstützter Kommunikation (UK): Bildtafeln, PECS (Picture Exchange Communication System), Sprachausgabegeräte oder AAC-Apps für Kinder, die nicht oder kaum sprechen.

Soziales Kompetenztraining (SKT)

Eingliederungshilfe oder Krankenkasse (je nach Träger)

Strukturierte Gruppentrainings, in denen autistische Kinder und Jugendliche soziale Regeln, nonverbale Kommunikation und Konfliktlösung üben. Bekannte Programme: KONTAKT (Universität Frankfurt), SOKO Autismus, Social Stories (Carol Gray). Für Jugendliche besonders wichtig, da soziale Komplexität in der Pubertät zunimmt.

Psychotherapie bei Komorbiditäten

Gesetzliche Krankenversicherung (§ 27 SGB V)

Bei komorbiden Angststörungen, Depression oder Trauma ist Psychotherapie indiziert. Autismus-spezifische Anpassungen der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) sind wirksam für Angstreduktion. Wichtig: Die Therapeutin muss Erfahrung mit autistischen Klienten haben — klassische KVT ohne Anpassung an autistische Kommunikationsstile ist oft wenig hilfreich.

Eingliederungshilfe: § 35a SGB VIII — der wichtigste Rechtsanspruch

Die Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII ist für Kinder und Jugendliche mit (drohender) seelischer Behinderung zuständig. Autismus-Spektrum-Störung kann zur Gewährung von Eingliederungshilfe berechtigen, wenn:

Eine Abweichung der seelischen Gesundheit besteht, die länger als sechs Monate andauert (ASS-Diagnose von einer qualifizierten Fachkraft)
Eine Teilhabebeeinträchtigung vorliegt — das Kind ist in Schule, sozialer Teilhabe oder Alltagsleben erheblich eingeschränkt
Das Jugendamt den Hilfebedarf im Rahmen eines Hilfeplangesprächs feststellt

Mögliche Leistungen: Autismus-Therapie, Schulbegleitung, sonderpädagogische Förderung, Tagesstrukturangebote, Freizeitassistenz. Antrag beim Jugendamt stellen — Pflegekinder haben denselben Anspruch wie andere Kinder.

Wichtig

Hinweis zu ABA: Applied Behavior Analysis (ABA) ist in Deutschland verbreitet und kann wirksam sein — aber auch umstritten. Intensive ABA-Programme, die auf Konformität abzielen (autistische Verhaltensweisen wie Stimming unterdrücken), werden von Autismus-Verbänden und autistischen Erwachsenen kritisiert. Achten Sie auf Ansätze, die Würde und Selbstbestimmung respektieren und auf natürliche Motivation statt auf Verhaltensunterdrückung setzen.

Ausführlicher Ratgeber

Pflegekind mit Behinderung: Rechte und Unterstützung

Eingliederungshilfe, Pflegegeld-Erhöhung, Hilfsmittel und Schulrecht für Pflegekinder mit Behinderung.

Schule und Kita — Inklusion in der Praxis

Schule und Kita sind für viele autistische Kinder die größte tägliche Herausforderung: sozialer Druck, sensorische Überflutung, wenig vorhersehbare Situationen, komplexe Gruppenanforderungen. Mit den richtigen Unterstützungsmaßnahmen gelingt Inklusion — aber sie ist selten selbstverständlich und braucht aktive Mitgestaltung durch Pflegeeltern.

Kita: Integrationsplatz und frühkindliche Förderung

Integrationsplatz in der Kita

Autistische Kinder haben Anspruch auf einen Integrationsplatz in einer Kita (Regelkita oder integrative Einrichtung). Der Antrag wird bei der Eingliederungshilfe (Jugendamt oder Sozialamt, je nach Bundesland) gestellt. Voraussetzung: ärztliche Stellungnahme über den Unterstützungsbedarf. Der Träger der Kita erhält erhöhte Personalschlüssel.

Frühförderung (bis Schuleintritt)

Interdisziplinäre Frühförderstellen bieten entwicklungsbegleitende Förderung für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten bis zum Schuleintritt. Kombiniert Logopädie, Ergotherapie und heilpädagogische Förderung unter einem Dach. Besonders wirksam bei früher ASS-Erkennung. Kosten: Eingliederungshilfe oder Krankenkasse (je nach Bundesland unterschiedlich geregelt).

Schule: Schulbegleitung, Nachteilsausgleich und Schulform

Schulbegleitung (I-Helfer / Integrationsassistenz)

Die Schulbegleitung ist für viele autistische Kinder eine entscheidende Unterstützung. Sie wird über die Eingliederungshilfe finanziert (§ 35a SGB VIII oder SGB IX). Die Schulbegleitung:

Unterstützt bei der Orientierung im Schulalltag (Stundenplan, Räume, Übergänge)
Hilft beim Verstehen von Aufgabenstellungen und sozialen Situationen
Greift ein, bevor Überflutungssituationen eskalieren
Kommuniziert mit Lehrkräften über aktuelle Bedarfe
Begleitet bei Ausflügen und unstrukturierten Zeiten (Pause, Schulweg)

Antrag: Beim Jugendamt oder Sozialamt, mit ärztlicher Stellungnahme. Das Jugendamt ist bei Pflegekindern bereits involviert — ansprechen.

Nachteilsausgleich in der Schule

Autistische Kinder in Regelschulen haben Anspruch auf Nachteilsausgleich — Maßnahmen, die keine inhaltliche Reduktion der Anforderungen darstellen, sondern die behinderungsbedingten Nachteile ausgleichen:

Verlängerte Bearbeitungszeit bei Prüfungen
Separate Prüfungsräume (weniger Geräusche/Ablenkung)
Schriftliche Aufgabenstellungen statt mündlicher Ansagen
Erlaubnis zur Nutzung von Gehörschutz im Unterricht
Strukturierte Sitzordnung (vorne, mit Sichtschutz)
Reduzierte oder angepasste Hausaufgaben
Vorwarnung bei Änderungen im Stundenplan
Zugang zu einem ruhigen Rückzugsraum in der Schule

Regelschule oder Förderschule?

Autismus allein ist kein Grund für eine Förderschule. Viele autistische Kinder — auch solche mit erheblichen Herausforderungen — lernen in inklusiven Regelschulen erfolgreich, wenn die Unterstützung stimmt. Die Entscheidung sollte immer individuell und gemeinsam mit dem Kind, dem Jugendamt, dem behandelnden Team und der Schule getroffen werden.

Eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung oder emotionale und soziale Entwicklung kann sinnvoll sein, wenn die Regelschule trotz aller Unterstützung überfordert oder wenn das Kind von einer deutlich ruhigeren, kleineren Lernumgebung mit höherem Personalschlüssel profitiert. Die TEACCH-Methode, die in vielen Förderschulen eingesetzt wird, bietet strukturiertes, visuell unterstütztes Lernen.

Gut zu wissen

TEACCH in der Schule: Das TEACCH-Modell strukturiert den Unterricht visuell: individuelle Arbeitspläne an der eigenen Arbeitsstation, klar definierte Arbeitspakete mit Start und Ende, visuelle Zeitpläne. Diese Struktur reduziert Anxiety erheblich und ermöglicht selbstständiges Arbeiten. Fragen Sie bei der Schule nach, ob TEACCH-Elemente im Unterricht umgesetzt werden können.

Ausführlicher Ratgeber

Pflegekind und Schule: Rechte, Übergänge und Unterstützung

Schulwechsel, Nachteilsausgleich, Schulbegleitung und Elternrechte bei Pflegekindern.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

Autismus-Spektrum-Störung (ICD-11: 6A02) ist eine lebenslange neurobiologische Entwicklungsstörung — keine Folge von Erziehung, Trauma oder Impfungen. Ca. 1 % der Bevölkerung ist betroffen.
Kernsymptome: Schwierigkeiten in sozialer Kommunikation und Interaktion sowie eingeschränkte, repetitive Verhaltensmuster — beide müssen vorhanden sein.
Bei Pflegekindern kritisch: ASS und reaktive Bindungsstörung (ICD-11: 6B44) überschneiden sich stark. Differenzialdiagnostik durch erfahrene Spezialisten (ADOS-2, SPZ, Kinder- und Jugendpsychiatrie) ist zwingend — beides kann gleichzeitig vorliegen.
Diagnostische Instrumente: ADOS-2 (Goldstandard), ADI-R, SRS-2. Bei Pflegekindern immer auch Traumadiagnostik einbeziehen. Anlaufstelle: SPZ, Autismus-Ambulanz. Wartezeit 6–12 Monate — frühzeitig anmelden.
Alltag: Struktur, Routinen, Vorhersehbarkeit, klare Kommunikation und Rückzugsräume sind die wirksamsten Strategien. Sensorische Besonderheiten ernstnehmen und Anpassungen schaffen.
Therapien: Autismus-Spezialtherapie (Eingliederungshilfe), Ergotherapie mit SI (Kasse), Logopädie/UK (Kasse), Soziales Kompetenztraining (Eingliederungshilfe/Kasse), Psychotherapie bei Komorbiditäten (Kasse).
Schule: Schulbegleitung über Eingliederungshilfe § 35a SGB VIII, Nachteilsausgleich per Klassenkonferenzbeschluss, Integrationsplatz in der Kita. Regelschule mit Unterstützung ist meist besser als Förderschule.

Häufige Fragen zu Autismus-Spektrum bei Pflegekindern

Ist mein Pflegekind autistisch oder hat es eine Bindungsstörung?

Diese Frage lässt sich nur durch eine fundierte Diagnostik klären. Sowohl die Autismus-Spektrum-Störung (ASS, ICD-11: 6A02) als auch die reaktive Bindungsstörung (ICD-11: 6B44) können eingeschränkten Blickkontakt, soziale Zurückgezogenheit und repetitives Verhalten zeigen. Der entscheidende Unterschied: ASS ist neurobiologisch und lebenslang, Bindungsstörung ist erfahrungsbasiert und kann sich bei sicherer Bezugsperson verbessern. Beides kann gleichzeitig vorliegen. Eine Differenzialdiagnostik durch erfahrene Kinder- und Jugendpsychiater oder ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) mit ADOS-2 und klinischer Beobachtung ist zwingend erforderlich. Diagnostizieren Sie Ihr Kind nicht selbst.

Wer zahlt die Autismus-Therapie für mein Pflegekind?

Autismus-Therapie wird in der Regel über die Eingliederungshilfe finanziert. Bei Kindern und Jugendlichen ist das Jugendamt zuständig (§ 35a SGB VIII — seelische Behinderung) oder das Sozialamt (SGB IX — bei weiterer Behinderung). Voraussetzung ist eine ärztliche oder psychologische Stellungnahme, die die ASS-Diagnose und den Therapiebedarf belegt. Die Kosten werden vom Leistungsträger direkt mit dem Autismus-Therapiezentrum abgerechnet. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt einzelne Leistungen (Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie), jedoch nicht die spezifische Autismus-Spezialtherapie als Ganzes.

Hat mein autistisches Pflegekind Anspruch auf Schulbegleitung?

Ja, über die Eingliederungshilfe. Der Antrag wird beim Jugendamt (§ 35a SGB VIII) oder Sozialamt (SGB IX) gestellt. Voraussetzung ist eine ärztliche oder psychologische Stellungnahme, die den Unterstützungsbedarf in der Schule belegt. Die Schulbegleitung (auch Integrationshelfer oder I-Kraft genannt) unterstützt das Kind im Unterricht, bei sozialen Interaktionen, Orientierung im Schulalltag und gegebenenfalls bei der Pflege. Sie ist keine Nachhilfekraft, sondern eine pädagogische Assistenz. Pflegekinder haben dieselben Rechte wie andere Kinder — das Jugendamt ist in der Regel bereits involviert und kann den Antrag unterstützen.

Kann Autismus durch Trauma verursacht werden?

Nein. Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung mit starker genetischer Komponente. Trauma verursacht keine ASS. Allerdings kann Trauma autismus-ähnliche Symptome hervorrufen: soziale Zurückgezogenheit, eingeschränkter Blickkontakt, repetitive Verhaltensweisen als Selbstberuhigung. Umgekehrt können autistische Kinder durch ihre besonderen Vulnerabilitäten (mangelndes Verständnis für soziale Situationen, Schwierigkeiten, sich mitzuteilen) leichter traumatisiert werden oder ein unerkanntes Trauma über lange Zeit tragen. Die Kombination ASS und Trauma erfordert spezialisierte therapeutische Ansätze — traumasensible Autismus-Therapie ist ein eigenes Fachgebiet.

Wo finde ich ein Autismus-Therapiezentrum für mein Pflegekind?

Der Bundesverband autismus Deutschland e. V. (autismus.de) bietet eine Suche nach regionalen Therapiezentren und Mitgliedsverbänden. Auch Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) und Kinder- und Jugendpsychiatrien vermitteln Kontakte zu wohnortnahen Therapieangeboten. Wichtig: Wartezeiten sind oft lang (6 bis 18 Monate) — setzen Sie sich frühzeitig auf Wartelisten, auch bevor die Diagnostik abgeschlossen ist. Einige Bundesländer bieten über Autismus-Ambulanzen direkt an Kliniken angebundene Beratungsangebote ohne lange Wartezeiten. Fragen Sie Ihren Pflegekinderdienst nach regionalen Netzwerken.

Autismus-Alltag dokumentieren und begleiten

Pflegeeltern.Space bietet digitale Tagesprotokolle, Therapiedokumentation, strukturierte Berichte für Jugendamt und Schule sowie eine Community aus Pflegeeltern mit ähnlichen Erfahrungen — auch zum Thema Autismus.

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